Gender-Marketing
Männer und Frauen sind grundlegend verschieden, das weiß nun jedes Kind. Doch in der Werbung wurde diese Tatsache in den wenigsten Fällen genutzt. Die Hirnforschung liefert nun immer mehr Erkenntnisse über die biologischen Ursachen der Geschlechtsunterschiede im Denken und Verhalten der Konsumenten.
Und jetzt kommt das Gender-Marketing ins Spiel. Hier eine kleine Definition:
“Gender Marketing bedeutet eine konsequente Markt- und Kundenorientierung aus weiblicher und männlicher Sicht. Statt einer vordergründig geschlechtsneutralen Herangehensweise berücksichtigt Gender Marketing systematisch geschlechtsspezifische Unterschiede in allen Bereichen der Wertschöpfungskette eines Unternehmen.”
Das bedeutet ganz klar: Wer nur die eine Hälfte sieht – verpasst den ganzen Markt!
Bislang wurde die Evolution im Marketing von Männern bestimmt. Die Auftritte von Unternehmen auf den Märkten wurden von Männern geprägt. Doch nicht nur das - auch das Image, Qualität, Innovationen, Markenwerte, Produkte oder Kampagnen konnten zum größten Teil auf Männer zurückgeführt werden. Alles in allem betraf es die komplette Kommunikation eines Unternehmens, die von Männern und somit (unbewusst) für Männer gestaltet wurde.
Dazu ein kleiner Scherz:
Es treffen sich zwei Männer. Der eine fragt den anderen, wie es ihm denn geht. Seine Antwort: “Schlecht. Meine Frau ist mit meinem besten Kumpel unterwegs. Und es ist alles so sinnlos ohne ihn.”
Damit muss Schluss sein! Wir Frauen sind doch so interessant, so anders, haben unseren eigenen Kopf (ich sehe gerade viele Köpfe nicken) und wollen verstanden werden (sorry Jungs!). Ist das so schwer? Klar, auch bei den Frauen gibt es verschiedene Typen, aber auch das wurde mittlerweile erforscht. Es ist schwer das alles kurz zu erklären, trotzdem versuche ich es so gut wie möglich:
Die im limbischen System des Menschen wirkenden Faktoren Balance (Sicherheit, Ruhe, Harmonie), Dominanz (Macht, Status, Überlegenheit, Autonomie) und Stimulanz (Erlebnis, Neues, Individualität) stehen je nach Geschlecht in einem unterschiedlichen Kräfteverhältnis zueinander (Limbic Map). Und dieses Kräfteverhältnis lässt charakteristische Emotions- und Motivkonstellationen entstehen. Dadurch konnten 7 besonders verbreitete Konstellationen ausgemacht werden:
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Abenteurer (unkonventionell, spontan, gerne „anders“),
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Disziplinierte (bevorzugen das Einfache),
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Genießer (besonders konsumfreudig, positiv und erlebnisorientiert),
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Harmoniser (besonders gefühlvoll und auf Harmonie bedacht),
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Hedonisten (selbstzentriert, trendorientiert),
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Performer (aktiv, leistungsbetont, prestigeorientiert) und
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Traditionalisten (markentreu, schätzen Praktisches und Sicherheit).
Und je nachdem ob Mann oder Frau, zeigt diese Konstellation eine andere Verteilung. Der Schwerpunkt bei Frauen liegt laut Häusel eindeutig bei den Harmonisern (Fraun 42%; Männer 21%). Ein unglaublich interessantes Thema und zum Teil sehr aufschlussreich. In seinem Buch “Brain View – Warum Kunden kaufen” wird alles ausführlich und verständlich erklärt. Viele die es gelesen haben, oder es eventuell noch lesen werden, könnten sich plötzlich in einem der 7 Kundentypen wiedererkennen. Das etwas andere Horoskop also. Wir sind zwar alle Indivduen, jedoch sagt man nicht umsonst so oft, dass sich Menschen bzgl. dem Charakter sehr ähnlich sein können.
Denkanstoß:
“Der Kunde ist König – doch wer achtet auf die Königin?”


Mai 26, 2008 um 2:13
Hi,
ich finde es toll, dass sich noch mehr Menschen für das Thema Neuromarketing interessieren. Und ich glaube DU hast dir ein schönes Thema ausgesucht. Hast du dafür auch schon andere Quellen als die Bücher von Häusel und co. entdeckt?
Ach übrigens, das mit dem Bloggen funktioniert doch gut
.
Mai 27, 2008 um 1:41
…welche Ehre, mit so einem Marketing-Genie studiert zu haben.
Juli 8, 2008 um 11:52
.. ich bin mir nicht sicher, ob die Gender Kategorien nicht immer diffuser werden, die Sozialwissenschaft spricht ja mittlerweile von MännlichkeitEN und WeiblichkeitEN – zu überprüfen jederzeit mit google oder auf amazon mit diesen Stichworten – oder auf dieser netten Webseite: http://www.masculinities.org .
LG
Elvira G.